
3. Liga
AUFSTIEGS-CHAOS
„Das spricht gegen jegliche sportliche Logik“
Die Ostliga versinkt im Chaos, die ÖFB-Cup-Regel wirbelt den Bewerb durcheinander. In Niederösterreich sucht man nach einer Lösung für das nächste Jahr, den Verbänden fehlen nämlich die Aufstiegskandidaten für die 2. Liga.
Wer rauf will, kann nicht. Wer rauf kann, will nicht. Und aus Niederösterreich kann den Meisterteller auch keiner gebrauchen. Denn: Holt Blau-Gelb den Ostliga-Titel, ist der ÖFB-Cup-Platz futsch. Eine kuriose Regel, die die sportliche Integrität der Spielklasse nicht unbedingt an die Spitze treibt
Verband in der Kritik
Herbstmeister Leobendorf kritisierte die Klausel des Niederösterreichischen Fußballverbandes (NÖFV) bereits in der Winterpause. „Die Vereine wussten das schon im Vorfeld“, erklärt Franz Ambichl von der Hauptgruppe Spitzenfußball. Änderungen waren keine mehr möglich, die Bürokratie ist eben so eine Sache. „Man kann das halt nicht monatlich ändern, wie es gerade passt.“ Dass es so, zumindest für die Zukunft, aber nicht passt, ist auch Ambichl klar.
Mittlerweile hat der Winterkönig seine zehn Punkte Vorsprung verspielt. Absicht möchte niemand attestieren, der fade Beigeschmack ist aber unumgänglich. Und hausgemacht. „Es ist natürlich eine komische Situation, die auch evaluiert wird. Es wird hier definitiv für die nächsten Jahre eine andere Lösung gefunden werden.“
Ein teures Problem
Hoffentlich eine holistische. Denn auf die 2. Liga haben die meisten Vereine aus dem Burgenland und der Bundeshauptstadt genauso wenig Lust. Einzig Horn und Oberwart suchten um die Lizenz an, beide können aber eben nicht. „Eine sehr akute Sache, als Meister nicht aufzusteigen spricht gegen jede sportliche Logik. Andererseits: Man kann keinen Verein zwingen, ihn auch nicht in ein mögliches finanzielles Verderben bringen“, so der Wiener Verbandsboss Robert Sedlacek.
Ja, „Liga zwa“ ist (zu) teuer. Eine Problematik, die Johannes Wutzlhofer als rot-goldener Fußballchef und ÖFB-„Vize“ nur zu gut kennt: „Wir müssen eine strategische Neuausrichtung forcieren, das Produkt wieder interessanter machen.“
Eines ist zumindest klar: Im dritten Stock wird nächste Saison wieder zu sechzehnt gekickt. Heißt, Stand jetzt, gibt es keinen Auf-, dafür vier Absteiger.
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